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Hallo Frau Kerwien, ich habe soeben Ihren Roman „Tiergarten-Blues“ gelesen: Ein sehr schönes Stimmungsbild des damaligen Westberlins! Man wundert sich im nach hinein, dass alles noch mal gut gegangen ist. Da war der Einstutz der Kongesshalle wahrlich nur ein Kollateralschaden. Ihr Text ist flott und rythmisch gut geschrieben. Daran mangelt es ja leider manches Mal in der heutigen Literatur. Zu Ihrem Entschuldigungsschreiben am Schluss: Muss man sich als Belletrist heute schon entschudigen, weil einiges falsch recherchiert sein könnte. Es handelt sich doch um einen Roman und kein Sachbuch! Und auch in gefeierten Sachbüchern finden sich oft schreckliche Tatsachenverdrehungen. Goethe hat sich doch auch nicht entschuldigt, weil es unwahrscheinlich ist, dass sich ein deutscher Wissenschaftler vom Teufel selbst verführen lässt. (Ach so! Ist gar nicht unwahrscheinlich!) Aber Klookschieters un Beterweeters können in der Tat sehr nerven. Daher jetzt doch noch ein wenig Klookschieterei von mir: Helga Goetze hat tatsächlich schon 1980 vor der Gedächtniskirche Mahnwachen abgehalten. Ich war als ihr damliger Anwalt Mitte 1980 mit dabei, als sie dort festgenmen wurde und ihre Bilder beschlagnahmt wurden. (Das Verfahren wurde später eingestellt.) Zeuge ist also vorhanden. Und: Das Staatwappen der DDR war nicht Hammer und Sichel. Von 1950 war’s nur ein Hammer und ab 1953 ein anderer Hammer und ein Zirkel. Die befanden sich auch auf dem Perso der DDR. Aber nichts für ungut: Darauf kommt es in einem Roman wirklich nicht an. Da ist es letztlich egal, ob es eine Sichel oder ein Zirkel war.
Viele Grüße von Ulrich Hackhe